Ein entscheidender Moment - der Tag, an dem der Westen besiegt wurde

Dr. Yassir Eric, Leiter von CM

Der Tag der Rückeroberung Afghanistans durch die Taliban und damit der Niederlage des Westens ist auch der 20. Geburtstag von Ahmad, einem Afghanen und Anhänger Jesu Christi. Ahmad wurde nur wenige Wochen vor dem berüchtigten Al-Qaida-Anschlag vom 11. September 2001 auf das World Trade Center und der darauf folgenden amerikanischen Intervention in Afghanistan und der anschließenden Niederlage der Taliban-Regierung geboren.  

Nachdem die Taliban vertrieben und eine neue Regierung eingesetzt worden war, herrschte in Kabul und den anderen Städten in den letzten 20 Jahren eine verhältnismäßige Ordnung, wenn nicht sogar Frieden. In diesen Jahren wurde ein großer Versuch unternommen, die afghanische Regierung und die Institutionen zu modernisieren, in der Hoffnung, die Gesellschaft umzugestalten und eine neue Realität zu schaffen, die natürlich ein besseres Leben für die Menschen und eine Barriere gegen das Islamisierungsprogramm der Taliban darstellen würde. Es waren auch Jahre der Hoffnung, verhältnismäßig gesehen, wenn auch nicht frei von Einbrüchen der Taliban.

Es hätte fast geklappt!

Doch heute, da die ganze Welt über die rasche und dramatische Rückeroberung Afghanistans durch die Taliban verwundert ist - ungeachtet der Präsenz amerikanischer Truppen -, wird dies auch als ein entscheidender Moment des Scheiterns und der Demütigung des Westens und als ein überwältigender Sieg über die mächtigste Macht der Welt angesehen.

Wir von Communio Messianica (CM) sind jedoch nicht überrascht. Der Westen und insbesondere die USA haben die spirituelle Komponente des Konflikts in Afghanistan nie berücksichtigt und in Bezug auf den Islam nie aus der Geschichte gelernt. Sie haben alle Zeichen ignoriert, die in der islamischen "Kriegsdoktrin" eindeutig gegeben sind - einer übergreifenden Doktrin, die das Spirituelle mit allen Aspekten der Kriegsführung verbindet.   

Die Kapitulationsszene der gut ausgebildeten und ausgerüsteten afghanischen Nationalarmee gegen eine zusammengewürfelte Bande von Taliban-Kämpfern erinnert die Muslime lebhaft an die islamischen Futuhat (Invasionen) des 7. Jahrhunderts oder den triumphalen Einzug Mohammeds in Mekka im Jahr 730 nach Christus. Damals prahlten muslimische Historiker damit, dass diese Siege dem mächtigen Geist des Islam zu verdanken seien und nicht nur ihrer militärischen Macht. Heute rühmen sie sich wieder in gleicher Weise. Aus der islamischen historischen Perspektive ist die islamische "Wahrheit gekommen und die Falschheit verschwunden" (Q17:81).

Aber es gibt noch eine andere Geschichte. Fast 20 Jahre lang, während der Westen die Taliban bekämpfte und moderne Institutionen für die Afghanen aufbaute - von denen viele am Ende lieber unter den Taliban leben wollten - hatte Gott andere Pläne. Nachdem sich 2001 kaum jemand bekehrt hatte, gibt es heute in Afghanistan lebendige Gemeinschaften von Gläubigen mit muslimischem Hintergrund (MBBs). Ja, Nachfolger Jesu in Afghanistan, wie auch in vielen anderen streng muslimischen Ländern.

Der Fall Ahmad ist ein weiterer entscheidender Moment!

Ahmads Geburtstag bringt eine neue Realität und eine echte Wahrheit ans Licht. Er wurde in die strengste islamische Gesellschaft hineingeboren und unser Herr Jesus erschien ihm in einem Traum, so wie er es für unzählige Afghanen tat.

Während der Islam die moderne Wiederholung des islamischen Futuhat feiert, feiern wir einen sehr bedeutenden, aber symbolischen Geburtstag eines Mannes, der von der wahren Wahrheit Christi berührt wurde. Denn "das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht überwunden" (Johannes 1,5). Und wir sehen, wie sich diese Wahrheit in allen großen muslimischen Ländern entfaltet, von Casablanca bis Kairo, von Khartum bis Kabul, von Basra bis Beirut, vom Osten bis zum Westen, und damit bestätigt, was der Prophet Jesaja vor 2700 Jahren vorausgesagt hatte: "Das Volk, das im Finstern wandelt, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Lande der Finsternis wohnen, ist ein Licht aufgegangen." (Jes. 9:2)

Wir beten für die Rettung aller Afghanen, die sich dem Islam in all seinen Formen stellen und sich in großer Zahl Jesus zuwenden. Wenn das geschieht und die Ummah Jesu in Afghanistan fest verankert ist, wissen wir aus der Heiligen Schrift, dass die Engel im Himmel feiern werden. Dies ist kein politisches Fest, sondern ein Fest der Errettung der vielen afghanischen Seelen. Darauf kommt es beim wahren dreieinigen Gott an, und das ist es, wonach wir uns bei CM sehnen. Indem wir die Erfüllung der Verheißungen des dreieinigen Gottes erleben, wie es in 2 Petrus 2: 9-10 geschrieben steht: "Ihr aber seid ein auserwähltes Volk, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, Gottes besonderes Eigentum ... der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. 10 Einst wart ihr kein Volk, jetzt aber seid ihr das Volk Gottes ..."

Afghanistan, unsplash.com